Perspektiven des Wirtschaftsstandortes Homburg

Homburger Beigeordneter Rippel schätzt unkomplizierten Umgang
Kritik: Kleine Unternehmen haben oft das Nachsehen

"Es ist gut, die Großen zu pflegen, aber vergeßt mir die Kleinen nicht!" Mit diesem Appell an die Adresse der Politik und der Verwaltungen schloß Dipl.-Ing. Architekt Rainer Walle als Hausherr des alten Café Weber in Homburg die Diskussionsrunde im Rahmen des jüngsten Handwerker-Stammtisches. Gemeint waren die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die im Vergleich zu Großunternehmen oftmals benachteiligt sind. Bezogen auf staatliche Förderung und Steuergesetzgebung haben die Kleinen gegenüber den Großen oftmals das Nachsehen. Rainer Walle reflektierte mit seinem Aufruf aber auch die Auswüchse im Vergabeverfahren der öffentlichen Hand, die immer häufiger sogenannte Generalunternehmer favorisiert und dadurch eine Reihe von Nachteilen in Kauf nimmt und später teuer bezahlt.

Vorausgegangen war ein Vortrag des Homburger Wirtschafts- und Kulturbeigeordneten Joachim Rippel, der offenkundig zu schätzen weiß, was der Mittelstand für den Arbeitsmarkt, für die wirtschaftliche Entwicklung und das Gedeihen einer Kommune bedeutet: Die mittleren und kleinen Firmen in Homburg stellen 60 Prozent der Arbeits- und 50 Prozent der Ausbildungsplätze und tätigen 40 Prozent der Investitionen.

Joachim Rippel wie Rainer Walle sprachen den Anwesenden aus dem Herzen. Die meisten von ihnen haben nämlich mit den gleichen Problemen des Marktes zu kämpfen. Seit Gründung des Handwerker-Stammtisches durch den Ormesheimer / Homburger Architekten Rainer Walle üben die Teilnehmer und Förderer jetzt den Schulterschluß. Nach dem Motto "Wehklagen hilft gar nicht, Solidarität macht stark" treffen sich Unternehmer, Handwerker und Freiberufler seit über einem Jahr. Es geht darum, die Plattform für gemeinsame Aktionen herzustellen, Probleme des Alltags zu diskutieren , kurz: die Kommunikation zu verbessern, und - ebenfalls ganz wichtig - Geselligkeit und Gemeinsamkeiten zu pflegen.

An diesem Abend war der Austausch mit der Homburger Stadtverwaltung zentrales Thema. Mit Referent Joachim Rippel teilte jeder die Auffassung, daß ein unkomplizierter und unbürokratischer Umgang miteinander wesentlich für die Liste der sogenannten weichen Standortfaktoren sei. Rippel hob in diesem Zusammenhang das erstaunliche Ergebnis der Homburger Bemühungen hervor: Die Metropole des Saarpfalz-Kreises - nach der aktuellen Statistik übrigens in der Rangfolge der beliebten Einkaufsstädte im Saarland auf Rang drei - habe die höchste Arbeitsplatzdichte im Saarland bezogen auf die Einwohnerzahl. Doch darauf könne und wolle man sich nicht ausruhen.