Public Relations schafft Vertrauen und Image

Zum 9. Unternehmerstammtisch im alten Café Weber in der Homburger Kaiserstraße begrüßte Hausherr Dipl.-Ing. Architekt Rainer Walle eine stattlich Anzahl illustrer Gäste. Ihnen stand der Sinn nicht nur nach saarländischem Vesper und kühlem Naß vom Faß, denn zum Auftakt eines jeden Treffens wird „Fortbildung“ geboten. 

Eingeladen hatte diesmal das Büro text & media Walter Kronenberger aus Mandelbachtal-Ormesheim (www.text-media.de). Der Journalist und PR-Spezialist referierte über den Stellenwert der Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen. In seiner Begleitung Professor Rolf Gergen, Chef des Marketing-Unternehmens socomar s.à.r.l. Forbach (www.socomar.com) und Hochschullehrer in Paris, Arad (Rumänien) und Saarbrücken. Er hinterfragte den Begriff Saar-Lor-Lux und beleuchtete die alltäglichen Probleme und Besonderheiten des Handels über die alte Grenze hinweg.

Nach Darstellung von Walter Kronenberger ist die Öffentlichkeitsarbeit – auch Public Relations genannt – für kleine und mittelständische Unternehmen die effektivste Strategie zur Gewinnung und Sicherung von Kunden. Und gegenüber der allgemeinen Wirtschaftswerbung sei sie nicht nur wirksamer, sondern auch wesentlich preisgünstiger.

„PR schafft ein Vertrauensverhältnis zwischen den Herstellern oder Dienstleistern und dem Verbraucher bzw. Nutzer. Doch es geht nicht nur um Vertrauen, um das Image; es geht ebenso um Kontaktpflege, Beratung und am Ende um Verkaufsförderung.“ Die Öffentlichkeitsarbeit sichere Umsätze und Erträge, und sie sei vorzüglich geeignet, den Kunden langfristig an das Unternehmen zu binden, indem er einbezogen werde in das transparent gemachte Geschehen. Voraussetzung erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit sei Wahrheit, Klarheit und offensive Präsenz, so Kronenberger.

Das probateste Medium zur Vertrauensbildung und zur Sicherung des mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Erfolges sei die Herausgabe einer eigenen Haus- oder Kundenzeitung. Immer mehr Unternehmen nutzten diese ebenso intensive wie wirksame PR-Form. Allerdings komme es hier auf Kontinuität an. Eine Schwalbe mache noch keinen Sommer, und eine Zeitungsausgabe im Jahr sei für die Katz’. Walter Kronenberger empfahl seinen Zuhörern dringlich die Hinzuziehung eines PR-Beraters, das koste zwar Geld, es erspare jedoch viel Lehrgeld, denn „unprofessionelle Blätter werden erst gar nicht gelesen“.

Professor Rolf Gergen ermunterte die anwesenden Unternehmer zum Engagement im benachbarten Lothringen, das viel mehr Berührungspunkte mit dem Saarland besitze, als allgemein angenommen. Die Verwandtschaft zwischen Saarländern und Lothringern – namentlich im Departement Moselle – sei prägnanter als etwa die zwischen Bayern und Saarländern. Erstaunlicherweise würden die Vorteile der örtlichen Nähe und die Annehmlichkeiten der weitgehend gleichen Wellenlänge kaum angenommen. In diesem Zusammenhang ging er auf Gemeinsamkeiten wie Trennendes, auf Chancen und Fallstricke ein. Insgesamt ein herzhaftes Plädoyer für den grenzüberschreitenden Handel – auch wenn es außer der „halben“ Sprachgrenze gar keine Grenze mehr gibt.

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